Mittwoch, 1. April 2026

In den Kaukasus

Mittwoch, 1. April 2026

Velingrad - Edirne (Türkei)

Im Regen ging es die letzten Kilometer in Bulgarien durch eine schöne Berglandschaft mit engen Tälern in die Ebene bei Plovdiv. Nach etlichen Kilometern auf zum Teil schlechten Landstraßen, ging es dann zügig über die Autobahn Richtung Türkei. Gegen 12 Uhr erreichten wir dann die Grenze und ab da wurde unsere Geduld auf die Probe gestellt.

Warten auf den Scanner (links)

Einfahrt Nr.101: Passkontrolle, Fahrzeugpapiere und "Grüne" Versicherungskarte. Danach Schlange stehen vor dem Scanner. Zeitvertreib und Unterhaltung mit einem jungen Paar im VW-Bus auf Weltreise. Nach etwa dreieinhalb Stunden Einfahrt in den Scanner. Kurze Sichtkontrolle des Innenbereichs vom Wohnmobil und dann wurde ich zurück zur Nr.101 ohne Umweg über Gepäckkontrolle D3 geschickt. Dort sollte ich sagen: "Control finish". Also ich zurück zu Nr.101, zeige meine Papiere und sage "Control finish". Sagt die Dame am Schalter zu mir: "D3 Baggage control". Also fahre ich wieder ein Stück zurück und sehe eine junge Zollbeamtin und sage ihr, dass "Baggage control finish" ist. Sie fotografiert mein Autokennzeichen und sagt, dass ich zurück zu Nr.101 soll und sagen: "Baggage control finish". Ich also wieder zur netten Dame im Häuschen Nr.101 und sage: Baggage control finish". Darauf sie, ohne meine Papiere noch einmal sehen zu wollen: "You can go." Das mache ich dann sofort, bevor jemand auf dumme Gedanken kommt. Die Schranke an der letzten Kontrolle geht auf und ich kann in die Türkei einreisen. Silvan allerdings wird tatsächlich bei gleicher Prozedur in D3 kontrolliert. Inzwischen bin ich einige hundert Meter weitergefahren und mache halt an einer PTT (das ist die Post), wo man den Aufkleber für die eMaut (Autobahn und Brücken) bekommt. Ich ziehe eine Wartenummer 216. Da steht schon eine Schlange LKW-Fahrer, die auch die eMaut wollen. Kommt ein Mann zu mir und gibt mir die Nummer 201. Zu früh gefreut. Als die 201 aufleuchtet will ich ins Büro und werde schroff von den LKW-Fahrern zurückgewiesen mit der Behauptung dass so etwas nicht gilt. Man legt sich nicht mit gestressten LKW-Fahrern an. Also ziehe ich eine neue Nummer, diesmal 216. Kurz vor 17 Uhr geht die Bürotüre auf und eine Frau schnauzt die Wartenden an: "5 people then close". Ratet mal an welcher Stelle ich stand: People Nr. 6. Also umsonst so lange gewartet.

Silvan war inzwischen auch angekommen und so fuhren wir unverrichteter Dinge weiter nach Edirne. Bis dorthin kostet die Autobahn nichts. Wir müssen morgen auf eine Post (PTT) in Edirne und besagten elektronischen eMaut-Aufkleber für die Windschutzscheibe mit entsprechendem Guthaben holen. 

Wir parken auf einem Parkplatz in der Nähe der Selimiye-Moschee, einem imposanten osmanischen Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert. Eine kurze Besichtigung und dann treibt uns der Hunger in die Stadt. Wir finden ein nettes Restaurant und bestellen Lammspieße. Super lecker und ein Nachtisch mit Tee hat auch noch Platz. Dann bummeln wir zurück zu unseren Fahrzeugen und so endet unser erster Tag in der Türkei.








Dienstag, 31. März 2026

Sapareva Banya - Kloster Rila - Velingrad

Inzwischen stehen 2.100 km auf der Uhr. Wir sind gerade in Velingrad auf dem Thermal Camping. Nicht ganz billig, aber Thermalpool und moderne gut geheizte Sanitäreinrichtungen. Wohl einer der Top-Plätze in Bulgarien.

Nach dem Frühstück sind wir heute morgen zum Kloster Rila in die Berge gefahren. Der Bau des Klosters geht ins 10. Jahrhundert zurück und ist das bedeutendste und größte Kloster Bulgariens. Es gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Gegründet wurde es vom Heiligen Iwan Rilski und seinen Anhängern. 















Trotz der späteren osmanischen Zugehörigkeit, behielt das Kloster eine gewisse Unabhängigkeit. Im Innenhof ist der Chreljo-Turm aus dem 13. Jahrhundert erhalten, genauso wie Teile der Klosterkirche Sweta Bogorodiza. Im 19. Jahrhundert zerstörte ein Großbrand weite Teile der Klosteranlage. 1834 begann man mit dem Wiederaufbau der Anlage.
Bemerkenswert sind die reichhaltigen Malereien um das Äußere der Kirche, die mich sehr an die Moldau-Klosterkirchen in Rumänien erinnern. Leider ist das Fotografieren im Innern der Kirche, wie in fast allen orthodoxen Kirchen, nicht erlaubt. Das Innere der Kirche mit ihrem riesigen Kronleuchter ist eine wahre Farborgie mit ihren religiösen Darstellungen. Natürlich habe ich eine Kerze für die lieben Verstorbenen und eine für meine Kinder angezündet.



In der Klosterbäckerei habe ich ein Klosterbrot gekauft und ein typisch ungarisches Mekitsa, ein in Fett fritiertes Teigteil, was sehr lecker war.

Weiter ging es nach dem Klosterbesuch durch das südbulgarische bergland auf kurvenreicher Strecke bis zum Thermalbadeort Velingrad. Am frühen Nachmittag bereitete man uns im kleinen Restaurant außerhalb des Platzes noch eine feine Mahlzeit zu. Für den Rest des Tages wird jetzt nichts mehr getan. Die Arbeit für den Blog war schon lang genug.



Morgen geht es weiter in die Türkei. Geplantes Ziel ist die Innenstadt von Edirne mit der Selimiye-Moschee aus dem 16. Jahrhundert. Sie gilt als Meisterwerk der osmanischen Baukunst.


Montag, 30. März 2026

Izola - Kroatien - Serbien - Sapareva Banya (Bulgarien)

Am Palmsonntag verließen wir bei bedecktem Himmel, der Regen verhieß, Izola in Slowenien. Ohne Autobahn ging es quer durchs Land Richtung Rijeka in Kroatien. Die ganze Zeit regnete es. Das einzig Interessante das uns auf der Fahrt nach Kroatien begegnete, waren die zahlreichen großen Grills vor den Restaurants, auf denen sich Spanferkel drehten.

Stau an der Grenze zu Serbien

Da der Regen nicht aufhören wollte, durchquerten wir kurzerhand Kroatien und standen dann 3 Stunden an der Grenze zu Serbien. Die Abfertigung bei den Kroaten zog sich unerträglich lange hin und die angepeilte Zeit für unseren Campingplatz war nicht mehr zu halten. Silvan hatte den Besitzer verständigt, dass wir gegen halb sieben eintreffen würden. Daraus wurde nichts und in der Dunkelheit suchten wir unseren Weg auf kleinen Nebenstraßen, immer auf der Hut keinen unbeleuchteten Radfahrer zu überfahren. Um 21 Uhr waren wir endlich, nach 11 Stunden Fahrt, auf dem vom Dauerregen aufgeweichten Platz. Der Chef nahm uns herzlich in Empfang, war doch gerade eine Feier zu Ende gegangen und nur noch eine Handvoll Gäste war anwesend. Trotz der vorgerückten Stunde bekamen wir noch extra Cevapcici und ein kaltes Bier. Silvan dazu noch einen Kuchen und weil ihm der so gut geschmeckt hatte, bekam er noch ein Stück gratis für den nächsten Tag.


Gegen 9 Uhr am nächsten Morgen brachen wir im immer noch anhaltenden Regen auf. Wegen des schlechten Wetters verwarfen wir einen weiteren Aufenthalt in Serbien und beschlossen bis nach Bulgarien weiterzufahren. Nur zum Tanken, Beine vertreten und einen Kaffee zu trinken hielten wir an.


Dieses Mal ging die Grenzabfertigung zügiger, doch zuvor holten wir uns noch eine eMaut für 7 Tage (10€) für die Autobahn in Bulgarien. Dann stellten wir plötzlich fest, dass es schon eine Stunde später war, denn in Bulgarien gilt die Sommerzeit wie bei uns. So hatten wir eine Stunde verloren. Gegen 16 Uhr erreichten wir dann unser Tagesziel in Sapareva Banya, einem Kurort. Der ist für seine schwefelhaltigen Thermalquellen bekannt. Unser Campingplatz "7 Lakes" hat sogar einen eigenen Thermalpool mit Sauna. Was lag also näher, sogleich Gebrauch von diesem Angebot zu machen. Gut erholt entstiegen wir dem warmen Wasser und nach einem Saunagang fühlte ich mich wie neugeboren.

Übrigens: wir sind die einzigen Gäste.



Irgendwann hatte Silvan sich etwas zum Essen gekocht und so ging ich allein in die Stadt hinauf, um im "Goldenen Hühnchen" zu Speisen. Der Spaziergang dorthin tat nach der langen Autofahrt richtig gut. Das Essen war prima und das Bier vom Fass ebenso. Im Dunkeln zurück zum Campingplatz und den Blog geschrieben. Jetzt ist auch für mich der Tag zu Ende.




Samstag, 28. März 2026

Erba - Izola (Slowenien)


Nach einer üppigen Pizza im Ort ging es in völliger Dunkelheit und bei eiskaltem, stürmischen Wind zurück zum Campingplatz.
Zum Glück ließ der Wind in der Nacht nach, so dass doch noch an Schlaf zu denken war.
Heute morgen, nach kleinem Frühstück, war um 8:30 Uhr Abfahrt. Nach einem Tankstop ging es dann auf die Autobahn A4, die von Monza direkt nach Trieste führt. Entlang der schneebedeckten Südalpen und durch blühende Landschaften ging es immer weiter nach Osten.
Am frühen Nachmittag erreichten wir die slowenische Grenze und wollten eigentlich in Ankaran auf einen Campingplatz. Selbiger macht aber erst am 1. April auf und ein sehr schräger Parkplatz unweit der italienischen Grenze war auch keine Lösung. So entdeckten wir dann doch noch in Izola einen Platz bei einem Hotel mit schöner Aussicht auf die Adria.
Zum Abendessen gönnte ich mir dann gegrillte Calamari und ein schönes großes Bier. Morgen geht es auf Landstraßen quer durch Kroatien zu einem Campingplatz auf einem Bauernhof am Fluss Save.



Blick auf Izola rechts und auf Trieste im Hintergrund.


Freitag, 27. März 2026

St. Georgen - Erba (Lago di Pusiano)

Heute Morgen bin ich um 4 Uhr aufgestanden, habe das Haus in den Winterschlaf versetzt und dann musste ich erst einmal die Frontscheibe des Wohnmobils vom Eise befreien. Es war bitterkalt, so um die -5°C. Gegen 5 Uhr bin ich dann losgefahren, der aufgehenden Sonne entgegen. Schnell war ich in Konstanz, über die Rheinbrücke und dann am Bodensee entlang Richtung St. Gallen. Dort auf die Autobahn und nach Süden, vorbei an Lichtenstein nach Chur. Kurz hinter Chur dann die erste Pause mit Frühstück an der Raststätte Viamala.


Immer wieder schneite es und die Temperaturen lagen um den Gefrierpunkt. Die Fahrt ging zügig und ohne Staus voran und nach dem San Bernardino-Tunnel hörte es endlich auf zu schneien. Zügig an Bellinzona und Lugano vorbei zur italienischen Grenze. Etwas anstrengend die Fahrt durch Como. Dann war es nicht mehr weit zum Campingplatz am Lago di Pusiano, wo ich umm 11:45 Uhr ankam. Die Sonne schien, aber es ging ein eklig kalter und stürmischer Wind. Mit draußen in der Sonne sitzen war nix und so verbrachte ich die Zeit mit einem Nickerchen und einer Tasse Kaffee.

Um kurz nach 17 Uhr kam dann mein Reisebegleiter Silvan an. Jetzt können wir morgen gemeinsam den Norden Italiens durchqueren, um in Slowenien an der Adria unseren nächsten Halt zu machen.

Jetzt gehen wir aber erst einmal eine Pizza essen. Leider macht das Restaurant erst um 19 Uhr auf. Ein 20-minütiger Spaziergang dorthin, wird nach der langen Fahrt gut tun. Etwa 450 km bin ich heute gefahren.

Camping Class

Lago di Pusiano

Donnerstag, 26. März 2026


Seit gestern schneit es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Gerade jetzt kann ich das brauchen! Morgen vor Sonnenaufgang ist Abfahrt über die Schweizer Alpen: Chur - San Bernardino - Bellinzona. Das kann heiter werden. Ich habe die aktuelle Verkehrslage gecheckt. Bis jetzt ist der San-Bernadino-Tunnel nur von Süden her gesperrt. Mit Allrad ist er befahrbar. Alternativ müsste ich über die A2 und den Gotthard-Tunnel fahren.
Blöd auch, dass heute Nacht der größte Teil meines Wassertanks leergelaufen ist. Es ist noch Wasser drin, obwohl der Wasserwächter offen ist. Vermutlich ist der Abfluss vereist, so dass kein Wasser mehr abläuft.
Ansonsten ist alles ins Wohnmobil verladen, bis auf die Sachen, die noch in den Kühlschrank müssen.

Ab morgen bin ich wieder UNTERWEGS.


Dienstag, 24. März 2026

Das Wohnmobil ist beinahe zur Abfahrt bereit. Nur noch Kleidung, Schuhe, Jacken einladen und kurz vor Abfahrt am Freitag morgen noch den Kühlschrank befüllen. Der Wassertank ist auch schon voll. Ob das gut geht? Für Mittwoch bis Freitag ist Frost und bis zu 10cm Neuschnee angekündigt. Wenn ich Pech habe macht der Frostwächter auf und das ganze Wasser fließt ab. Daumen drücken!

Donnerstag, 12. März 2026


Am letzten Montag habe ich mein Wohnmobil aus der Winterruhe geholt. Erste Station war der hiesige Cleanpark, denn letztes Jahr konnte ich die Reisespuren von 25.000 km nicht beseitigen, weil mir da noch die Schulterverletzung Probleme bereitet hat. Jetzt nach vielen Stunden Physio ging die Waschprozedur leidlich voran.

Heute das Ersatzrad und diverse andere Gegenstände in die Wohnmobilgarage verstaut und aufgeräumt. Betten bezogen und alles soweit hergerichtet, dass ich nun beladen kann. Lebensmittel, Wassertank füllen, Kleidung für alle Jahreszeiten einräumen, Bücher für unterwegs aussuchen, und vieles mehr. Es bleibt noch einiges zu tun.

Mein Reisepartner Silvan ist nun auch aus Marokko kommend in der Schweiz eingetroffen und wir werden in 2 Wochen unsere gemeinsame Reise am Lago di Pusiano in Italien beginnen.


Donnerstag, 15. Januar 2026

Die Route in den Kaukasus und zurück steht. Folgende Länder werden besucht:

Schweiz, Italien, Slowenien, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Türkei, Georgien, Armenien, Türkei, Griechenland, Albanien, Montenegro, Kroatien, Slowenien, Italien, Schweiz

Geplanter Start ist der 27. März 2026. Bis dahin gibt es noch einiges zu tun.

Wichtig:

Für die Einreise nach Georgien benötigt man einen mindestens 6 Monate gültigen Reisepass und seit dem 1. Januar 2026 zwingend eine gültige Kranken- und Unfallversicherung mit Nachweis auf Englisch/Georgisch (digital oder gedruckt), die medizinische Kosten abdeckt (ca. 10.000 Euro Deckung). EU-Bürger benötigen kein Visum.

Geplante Route in den Kaukasus und zurück

Donnerstag, 23. Oktober 2025

Nach einem ereignis- und erlebnisreichen Jahr, bin ich nun in der Planung für das kommende Jahr. Dieses Mal soll es in den Kaukasus nach Georgien und Armenien gehen. Starttermin ist vermutlich im April 2026. Dann bin ich wieder UNTERWEGS.